Im Gespräch

«Im Moment braucht es sehr viel Biss, Schwinger zu sein»

von Marco Meili und Fabio Baranzini – 18. November 2020

In der neusten Ausgabe unserer Serie «aargauersport.ch im Gespräch» haben wir uns mit Schwinger Nick Alpiger unterhalten. Ein Gespräch über die ausgefallene Saison 2020, einen temporären Wechsel zur Ringerstaffel Freiamt und seine Vorliebe für Latinomusik.

2019 ist der Stern von Nick Alpiger so richtig aufgegangen. Er gewann acht Kränze, erreichte drei zweite Plätze und sicherte sich zwei Kranzfestsiege. Das Highlight war unbestritten der Triumph am Innerschweizer Schwingfest. Dann aber zog er sich eine schwere Verletzung zu und musste die Saison vorzeitig beenden. In diesem Jahr wollte Nick Alpiger nun wieder voll angreifen – doch Corona machte ihm einen Strich durch die Rechnung.

Kein einziges Schwingfest fand statt. Und aktuell darf Nick Alpiger auch nicht im Sägemehl trainieren. Denn die Schwinger haben keinen Profistatus. Entsprechend kann der junge Staufer derzeit nur im Kraftraum trainieren. «Ich bin jetzt quasi im Kraftraum Zuhause. Aber ich bin froh, dass ich überhaupt trainieren darf. Die Sehnsucht nach dem Schwingen aber bleibt», sagt Alpiger und fügt an. «Im Moment braucht es sehr viel Biss, Schwinger zu sein. Aber ich blicke positiv nach vorne. An dem Tag, an dem Schwingen wieder erlaubt ist, werde ich sicher im Sägemehl stehen.»

«Nach dem ersten Ringtraining war ich wirklich pflotschnass und konnte kaum mehr atmen.»

Nick Alpiger, Schwinger

Beeindruckt von den Ringern

In den Sommermonaten hielt sich Nick Alpiger unter anderem auch mit den Ringern fit. Und zeigte sich ganz schön beeindruckt von deren Leistung. «Die Trainings waren abartig hart. Nach dem ersten Ringtraining war ich wirklich pflotschnass und konnte kaum mehr atmen. Mir persönlich haben die Trainings für die Beweglichkeit und für die Ausdauer extrem gut getan», erzählt Alpiger. Ein temporärer Abstecher zu den Ringern der Ringerstaffel Freiamt, die am Wochenende ihren Halbfinalkampf bestreiten, kam aber doch nicht in Frage. «Da bin ich noch etwas zu weit weg von der Materie. Aber vielleicht mach ich auch mal einen offiziellen Kampf bei den Ringern.»

Der Fokus von Nick Alpiger liegt aber natürlich weiterhin auf dem Schwingen. Und da hat er im nächsten Jahr einiges vor. Denn mit dem Kantonalschwingfest in Lenzburg, sowie dem Jubiläumsschwinget des ESV und dem Kilchbergschwinget stehen gleich drei Highlights auf dem Programm. Nick Alpiger meint dazu: «2019 war ein gutes Jahr für mich. Daran will ich nächstes Jahr anknüpfen. Ich komme langsam ins gute Alter für einen Schwinger. Da will ich natürlich noch eine Schippe drauflegen.»

Hinweis

Weitere spannende Videointerviews mit Vertreterinnen und Vertretern der Aargauer Sportszene findest du in unserer Rubrik «aargauersport.ch im Gespräch».