Im Gespräch

«Im Moment habe ich keine Hände»

von Marco Meili und Fabio Baranzini – 27. April 2020

In unserer neuen Rubrik «aargauersport.ch im Gespräch» haben wir uns mit Elena Quirici unterhalten. Und das mit gutem Grund, denn die frisch gebackene Aargauer Sportlerin des Jahres hat in diesem Jahr ein veritables Wechselbad der Gefühle erlebt.

Was für turbulente Wochen für die Aargauer Karateka Elena Quirici: Nach einer Verletzung Anfang Jahr und der damit verbundenen frühen Niederlage beim prestigeträchtigen Paris Open wird sie zur Aargauer Sportlerin des Jahres 2019 gewählt. Kurz danach hat sie auch die Gewissheit, dass sie sich für die Olympischen Spiele in Tokio qualifiziert hat. Ein grosser Traum geht in Erfüllung. Doch nur wenige Tage danach die Ernüchterung: Die Olympischen Spiele werden verschoben. Ob ihre Qualifikation auch für die Spiele 2021 gilt, ist noch nicht klar. Und jetzt folgt bereits das nächste Kapitel in diesem verrückten Jahr 2020.

«Ich kann praktisch nichts alleine machen. Ich kann aus einem Röhrchen trinken, aber ich brauche jemanden, der mir das Glas hinstellt und einschenkt.»

Elena Quirici, Karateka

Hilfe im Alltag nötig

Nach einer Trainingseinheit verspürte Elena Quirici Schmerzen am linken Daumen und geht zum Arzt. «Wir haben dann auch gleich noch meine rechte Hand untersucht, denn auch dort plagten mich seit längerem Schmerzen», so Quirici. Die Diagnose war eindeutig: In der rechten Hand war eine Sehne gerissen, am linken Daumen ist eine Sehne angerissen. Für die rechte Hand war eine Operation nötig, der linke Daumen wird dagegen konservativ behandelt. Trotzdem ist Elena Quirici derzeit im Alltag stark eingeschränkt. «Meinem Körper geht es sehr gut, aber ich habe ich Moment einfach keine Hände», sagt sie. «Ich kann praktisch nichts alleine machen. Ich kann aus einem Röhrchen trinken, aber ich brauche jemanden, der mir das Glas hinstellt und einschenkt.»

Wir haben in unserem Gespräch mit Elena Quirici nicht nur über ihre Verletzung und die neue Situation gesprochen, sondern haben auch noch einmal auf die Wahl zur Aargauer Sportlerin des Jahres zurückgeblickt. Auch die Beziehung zu ihrem Trainer David Baumann, mit dem sie sage und schreibe seit ihrem vierten Lebensjahr zusammenarbeitet, ist Thema in unserem Gespräch.