Im Gespräch

Timo Lippuner: «Wir wollen Profi-Volleyballerinnen ausbilden»

von Marco Meili und Fabio Baranzini – 23. September 2020

Bild: Andreas Geisser

Für die neuste Ausgabe unserer Rubrik «aargauersport.ch im Gespräch» haben wir uns mit Timo Lippuner unterhalten. Der frühere Volleyball Nationaltrainer der Frauen ist seit diesem Jahr beim BTV Aarau Volleyball für das Nachwuchsprojekt NNV verantwortlich. Ein Gespräch über die Entwicklung im Schweizer Volleyball und das Projekt in Aarau.

Anfang Jahr wurde bekannt, dass der BTV Aarau Volleyball die Anerkennung als Nationaler Nachwuchsverein (NNV) erhält – als einer von nur zwei Vereinen in der ganzen Schweiz. Mit Timo Lippuner konnte für dieses Projekt einer der renommiertesten Trainer der Schweiz gewonnen werden. Lippuner war zuvor während 13 Jahren Teil des Trainerteams der Schweizer Frauen Volleyball Nationalmannschaft und war in der Deutschen Bundesliga als Trainer tätig.

Und jetzt wird er sich also in Aarau um den Schweizer Volleyball Nachwuchs kümmern. «Ich hatte drei Trainerangebote aus dem Ausland. Es war natürlich schon ein Risiko, mich als Trainer von der internationalen Bühne zu verabschieden. Aber einerseits hat mich das Projekt in Aarau überzeugt und andererseits schliesst das NNV-Projekt genau die Lücke, die wir in der Nationalmannschaft zehn Jahre lang hatten», begründet Timo Lippuner seinen Wechsel, der auf den ersten Blick etwas überraschen mag.

«In meiner Zeit als Trainer bei Sm’Aesch Pfeffingen haben wir zweieinhalb Mal mehr trainiert als die erste Mannschaft des FC Basel, die damals in der Champions League gespielt hat.»

Timo Lippuner, Volleyballtrainer 

Der Weg ins Ausland ist offen

Vor gut zwei Monaten ist das NNV-Projekt in Aarau angelaufen. Und das mit einem klaren Ziel. «Wir wollen Profi-Volleyballerinnen ausbilden», sagt Timo Lippuner. Im Gespräch erläutert er, was das bedeutet, welche Voraussetzungen die Spielerinnen mitbringen und welche Bereitschaft sie an den Tag legen müssen. «Volleyball ist als technische Sportart sehr trainingsintensiv. In meiner Zeit als Trainer bei Sm’Aesch Pfeffingen haben wir genau zweieinhalb Mal mehr trainiert als die erste Mannschaft des FC Basel, die damals in der Champions League gespielt hat. Der Trainingsumfang ist daher entscheidend», so Lippuner.  Er erhofft sich vom Projekt in Aarau, dass mehr Schweizer Volleyballspielerinnen den Schritt ins Profileben wagen. «Der Weg ins Ausland ist offen – auch als Schweizer Volleyballerin. Das haben Maja Stork und Laura Künzler bewiesen.»

Hinweis

Weitere spannende Videointerviews mit Vertreterinnen und Vertretern der Aargauer Sportszene findest du in unserer Rubrik «aargauersport.ch im Gespräch».