Coronavirus

Informationsübersicht: Coronavirus im Aargauer Sport

von Fabio Baranzini – 3. August 2020

Leere Sporttribüne

Bild: Symbolbild

Die aktuelle Situation stellt uns alle vor grosse Herausforderungen. Das gilt auch für die Sportszene im Kanton Aargau. Wir liefern einen Überblick zu den wichtigsten Informationen, Anlaufstellen und Unterstützungsmöglichkeiten. Der Artikel wird laufend aktualisiert.

Stand 8.7.2020

Update vom 8.7.: Reduktion der Sektorengrösse bei Veranstaltungen auf maximal 100 Personen

Gemäss Art. 6 Abs. 2 Covid-19-Verordnung besondere Lage muss eine Unterteilung in Steh- oder Sitzplatzsektoren mit maximal 300 Personen vorgenommen werden, wenn bei Veranstaltungen mit über 300 Besucherinnen und Besuchern während einer bestimmten Dauer weder der erforderliche Abstand eingehalten noch Schutzmassnahmen ergriffen werden können. Die genannte Anzahl Personen hat sich in der Praxis als zu hoch herausgestellt. Die vier Kantone Aargau, Basel-Landschaft, Basel-Stadt und Solothurn haben sich zudem darauf verständigt, die maximale Sektorengrösse bei Veranstaltungen mit bis zu 1’000 Teilnehmenden auf 100 statt bisher 300 Personen festzulegen. Damit wird der im Falle einer Ansteckung zu kontaktierende Personenkreis reduziert. Diese Massnahme kommt wie die Ausweispflicht dem Contact Tracing zugute.

Die angeordneten Massnahmen sind befristet und gelten ab Donnerstag, 9. Juli 2020, 18.00 Uhr, bis Sonntag, 16. August 2020, 24.00 Uhr.

 

Update vom 3.7.: nationale Verbände erarbeiten Konzept für Stabilisierungspaket

Um die Strukturen der Sportförderung zu stabilisieren, wurde per 1. Juli 2020 ein Stabilisierungspaket über ca. CHF 195 Mio. geschnürt, wovon ca. CHF 95 Mio. als Soforthilfe im Jahr 2020 zur Verfügung gestellt werden. Die restlichen CHF 100 Mio. müssen von der Bundesversammlung im Rahmen der Budgetdebatte 2021 noch verabschiedet werden. Mit einer Leistungsvereinbarung erhält Swiss Olympic vom BASPO den Auftrag, über die nationalen Sportverbände das Stabilisierungskonzept umzusetzen.

Seit dem 1. Juli 2020 sind daher die Schweizer Sportverbände aufgefordert, nachzuweisen, wie sehr sie und die ihnen nahestehenden, strukturrelevanten Organisationen finanziell unter den Massnahmen gegen das Coronavirus gelitten haben. In einem detaillierten Stabilisierungskonzept können sie den kommenden Wochen darlegen, welche Einnahmen und Ausfälle ihnen und ihren Sportarten in den vergangenen Monaten ohne Wettkämpfe, Trainings und weitere Anlässe entgangen sind.

 

Update vom 19.6.: Veranstaltungen bis 1000 Personen ab 22. Juni erlaubt

Der Bundesrat hat an der Pressekonferenz vom 19.6. weitere Lockerungen erlassen. Ab dem 22. Juni dürfen wieder Sportveranstaltungen mit bis zu 1000 Personen durchgeführt werden. Bisher waren 300 Personen erlaubt. Ab September sind allenfalls wieder Veranstaltungen mit mehr als 1000 Personen möglich. Der Bundesrat wird entsprechende Informationen zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgeben. Zudem wird der Mindestabstand von zwei auf eineinhalb Meter reduziert. Trotz den neusten Lockerungen gelten weiterhin die Hygiene- und Distanzregeln. Zudem muss auch weiterhin die Rückverfolgbarkeit der anwesenden Personen möglich sein. 

Der Kanton Aargau hat dazu die Informationen auf dem kantonalen Internetauftritt aktualisiert und die entsprechenden Dokumente überarbeitet. Wichtige Informationen sind:

  • Es gelten die Rahmenvorgaben von Swiss Olympic, weiterhin sind Schutzkonzepte notwendig.
  • Der Kanton Aargau ermuntert alle Gemeinden, ihre Sportanlagen wieder freizugeben – sofern dies noch nicht geschehen ist. Das Bedürfnis nach Sportaktivitäten ist sehr gross!
  • Die Flächenbegrenzung (10m2 pro Person) ist durch den Bund aufgehoben worden. Der Kanton Aargau verzichtet darauf, als Ersatz dafür eine kantonale Richtlinie zu erlassen.

Unter diesen gegebenen Bedingungen kann in den Sportanlagen der Betrieb nahe am Normalbetrieb geführt werden.

 

Update vom 27.5.: Sportveranstaltung bis zu 300 Personen ab 6. Juni erlaubt

An der Pressekonferenz vom 27.5. hat der Bundesrat weitere Lockerungen für den Sport erlassen: Ab dem 6. Juni dürfen wieder Sportveranstaltungen mit bis zu 300 Zuschauern durchgeführt werden. Wettkämpfe in Sportarten mit engem und ständigem Körperkontakt sind bis am 6. Juli weiterhin verboten. Auch Sportevents mit mehr als 300 bis 1000 Zuschauern bleiben weiterhin untersagt. Weitere Informationen dazu, sind für den 24. Juni geplant.

Zudem wird der Trainingsbetrieb für alle Sportarten ab dem 6. Juni ermöglicht. Und das ohne Einschränkung der Gruppengrösse. Das gilt auch für Sportarten mit engem Körperkontakt wie Judo, Boxen oder Schwingen. Bei diesen Kontaktsportarten müssen die Trainings jedoch in beständigen Teams stattfinden und es müssen Präsenzlisten geführt werden. Zudem gilt weiterhin, dass für alle Veranstaltungen und Einrichtungen Schutzkonzepte vorhanden sein müssen. Auch die Hygiene- und Abstandsregeln müssen weiterhin eingehalten werden. 

 

Update vom 29.4.: Wiederaufnahme der Trainings und Öffnung der Sportanlagen

An der Pressekonferenz vom 29.4. informiert der Bundesrat über die Lockerungen im Sport. Diese sehen wie folgt aus: Ab dem 11. Mai sind Trainings im Breitensportbereich in Kleingruppen bis maximal fünf Personen wieder erlaubt. Davon ausgenommen sind jedoch Sportarten mit Körperkontakt. Die Hygiene- und Distanzregeln müssen weiterhin eingehalten werden. Im Leistungssportbereich dürfen auch wieder Trainings mit mehr als fünf Personen stattfinden. Die Profiligen dürfen den Spielbetrieb unter Ausschluss der Öffentlichkeit ab dem 8. Juni wieder aufnehmen. Grossveranstaltungen mit mehr als 1000 Personen sind bis Ende August weiterhin verboten.

Ab Montag 11. Mai darf unter Einhaltung der Schutzvorkehrungen wieder Sport getrieben werden. Die nationalen Verbände haben ein auf ihre Sportart ausgerichtetes Schutzkonzept erarbeitet, welches von den Behörden bewilligt werden musste. Es sollte also aufgezeigt werden, wie die einzelnen Sportarten unter Einhaltung der nach wie vor gültigen Schutzbestimmungen ausgeübt werden können. Alle Schutzkonzepte sind der Website von Swiss Olympic zu entnehmen. Diese Massnahmen gelten, trotz Wiederaufnahme des Schulbetriebes am 11. Mai, auch für Kinder. Die Lockerung der Schutzmassnahmen erfolgt schrittweise und die verschiedenen Bereiche werden unterschiedlich behandelt. Die Regelung zur Schliessung der Schul-, Sport- und Freizeitanlagen wurde vom Kanton Aargau angepasst. Diese gelten neu für den Zeitraum von 23 und bis 6 Uhr.


So unterstützt der Bund den Sport

Der Bundesrat kündigt am 20. März eine Verordnung an, die unter anderem eine nachhaltige Schädigung der Schweizer Sportszene verhindern soll. Für den Sport werden 100 Millionen Franken zur Verfügung gestellt. Diese Summe wird für folgende Unterstützungsmassnahmen eingesetzt:

  • rückzahlbare Darlehen zur Überbrückung von Liquiditätsengpässen für Organisationen im Leistungssport
  • Subventionen im Fall existenzieller Bedrohung für Organisationen im Breitensport

Hier kannst du beim Bundesamt für Sport die entsprechenden Gesuche einreichen:

Zudem arbeitet der Bund an einer Lockerungs-Strategie für den Sport. Mehr dazu erfährst du hier.

Weitere Informationen des Bundes findest du unter folgenden Links:


So unterstützt der Kanton Aargau den Sport

Mit Beiträgen aus den «Swisslos-Fonds-Massnahmen COVID-19» sollen Organisationen und Personen unterstützt werden für finanzielle Schäden, die sie aufgrund der Bundesmassnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus erlitten haben. Dies können Beiträge für Schäden im Zusammenhang mit Projekten, Veranstaltungen oder anderen Vorhaben sein. Beitragsberechtigt sind gemeinnützige, wohltätige Organisation und Personen mit Sitz im Kanton Aargau aus dem Sportbereich. Dazu zählen auch Athletinnen und Athleten aus dem Nachwuchsleistungs- und dem Spitzensports sowie regionale und nationale Traingsstützpunkte im Kanton Aargau. Die wirtschaftliche Einbussen müssen grösser sein als 25 Prozent des Vermögens und mindestens 1000 Franken betragen.

Weitere Informationen zum Thema:

 

Swisslos-Sportfonds-Gesuche

Der Regierungsrat hat entschieden, bewilligte Swisslos-Sportfonds-Gesuche wohlwollend zu behandeln, auch wenn der Anlass aufgrund der Corona-Pandemie nicht oder nur teilweise stattgefunden hat. In der Regel werden somit bereits gesprochene Beiträge nicht zurückverlangt.

Die Schlussabrechnung für Swisslos-Sportfonds-Beiträge ist bis spätestens 60 Tage nach der geplanten Veranstaltung bei der zuständigen Behörde einzureichen. Diese soll die tatsächlich angefallenen Kosten sowie die zugesagten Unterstützungsbeiträge und erfolgten Einnahmen enthalten. Neue Gesuche für zukünftige Veranstaltungen können weiterhin eingereicht werden. Sie werden im Rahmen des ordentlichen Gesuchprozesses geprüft.

 

Rechtliche Fragen aus dem Sportbereich

Die wegen des Coronavirus abgesagten Events und abgebrochenen Meisterschaften stellen viele Sportvereine und Organisatoren unter anderem vor rechtliche Probleme. Wir haben mit Stefan Pfister, Experte für Sportrecht und Partner in der Kanzlei «Freiermuth Studer Rechtsanwälte» in Zofingen zwei Interviews geführt.